#auflösung

Als Anne vom Regen wach wurde, war der Morgen noch ein fahler Streif am Horizont. Vor der Holzhütte hatte sich das Wasser weit zurückgezogen, vielleicht würde es erst nächste Woche wiederkommen, oder in hundert Jahren. Die Boote träumten ihre radioaktiven Träume auf dem trockenen Grund. Sie fuhr über die Linien seines schlafenden Körpers, sog den Duft ein, betrachtete sein Haar im schalen Zwielicht. Mit einer schläfrigen Bewegung zog er sie auf sich. Küsse im Morgengrauen.

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borders

die schrauben quietschen ein wenig. sie haben dich hierher gebracht, nach dem ersten versuch. trockene einöde, sand. winterstürme. wo die anderen sind, niemand weiß es zu sagen. die zeit ist ein zähflüssiges tier. die wände stumpf von blut.

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letzter traum

es zieht ein wenig, hier.

der sonnenwind streicht vorbei, und die vielen atome, aus denen das nichts nicht besteht, kitzeln an meiner nase. ich möchte mich kratzen, aber der helm ist im weg. visier hoch, augenblicklich entweicht eine wolke sauerstoffreiches gas, reines zellgift, toxischer fluff, aber ohne das zeug macht es dauerhaft auch keinen spass. in den letzten momenten geniesse ich die aussicht auf die pittoresk qualmende halbkugel, da, wo sich vorher noch ein planet namens erde befand.

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space

endliche weiten

meine mama hat gesagt, ich darf heute wieder allein in den kindergarten. im kindergarten sind alle meine freunde. also, so sagt léa halt. léa ist meine lieblingserzieherin. sie ist total lustig, und ich kann den ball durch sie hindurchwerfen, wenn ich es richtig anstelle. dann flackert es ein bißchen, und sie lacht mit mir.

manchmal, wenn sie allein ist, sehe ich ihren sorgenvollen blick. ich glaube, daß sie bald ersetzt wird, wenn sie merken, daß sie schon am vormittag in die ladestation zurück muß.

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