frühmorgens, 06:58

schläfrige seevögel auf dem wasserspiegel. auf den sandbänken staut sich die zeit. anna kocht kaffee, schiebt sich die nacht aus dem gesicht wie eine widerspenstige strähne. morgenschwimmen, am horizont dramatischer sonnenaufgang. erste papierschnipsel auf dem wasser, die fische schreiben schon.

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metaphase

franz lag am boden des swimmingpools. wie still es hier war, und wie blau. das licht brach sich in den sanften wellen, fiel in fäden durch das becken, die luftblasen schimmerten sanft. über sich sah er die wolken ziehen. auf sauerstoff hatte er verzichtet, dafür trug er eine musil-ausgabe im arm. in ruhe lesen, endlich.

f.k.

Er hatte sein Tagwerk getan, einen langen Abendspaziergang absolviert, war schließlich über den Entwürfen am Schreibtisch eingeschlafen. In einem Stapel sein Opus Magnum, druckreif, hundert Seiten Papier, wie sie die Welt noch nicht etc. pp. Im ersten Morgenlicht fuhr er sich durchs Haar, kochte Tee, zog Hut und Mantel an und schritt zur Tür. Erst als er bei Brod klingelte, fiel im auf, dass er an Stelle des namenlosen Süßgebäcks in seiner Hand das Manuskript zum Frühstück eingenommen hatte, an Salzbutter und Himbeerkonfitüre.

Kafkas Novelle „Das Franzbrötchen“ ging nie in Druck.