zwischendeck

ich schliesse die tür auf. fünfter stock, dachgeschoss. auf dem boden stehen grosse pflanztöpfe voll erde. die bäume nehmen beinahe den gesamten raum ein, ich muss sie schneiden, jede woche, zu niedrig, und sie stützen die decken nicht mehr, zu hoch, brechen sie durch, ins unbarmherzige sonnenlicht. regen fällt auf den fußboden, wind weht durch die blätter, erste vögel ziehen ein. ich habe meine kinder verloren, in diesem wald. ab und an schaut ein roter fuchs vorbei, ich schreibe ihm zettel, reiße kleine gedichte aus der luft, er bringt sie zu ihnen. ich koche kaffee und warte auf antwort.

– nächtliches –

Die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Abendstille. Windgeräusche. Molekulares Rauschen. Wie wir so da liegen, stumm. Sternklare Nacht. Du sagst etwas, es geht im dünnen Substrat verloren, die Stratosphäre lauscht Deinen Gedanken. Geburt, Tod, blutiges Warten. Verwaltungsakte des Daseins.

Ich sage Liebe, Du sagst Arendt. Gib mir einen Kuss, ich geb Dir einen Halbsatz. Leben ist wie eine Trennlinie zwischen dem Sein und dem Existieren. Du redest Unsinn, ja, ich weiß. Schweigen unterm Himmelszelt.

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parabola

morgenglocken, der wecker unternimmt eine flugreise durch den raum, und ich fühle mich wie amputiert. also ich schaue so an mir runter, die wesentlichen teile scheinen noch alle da zu sein, man könnte noch gitarre spielen, die füße wackeln fröhlich, als wüßten sie nichts von der welt. der schmerz ist auf keine stelle zu lokalisieren, die atmung funktioniert, das herz pumpt, offenbar sind die wichtigsten inneren organe noch da, wo sie qua konvention hingehören. everything in its right place. und doch fehlt was.

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nachtgedanken

und was mache ich hier eigentlich. schon wieder alles an den nagel hängen. für ein wenig leben. aber. das leben. als supernova. reise durch die nacht.

wie man das sagen kann. je t’aime. und nicht gelogen, aber. das unaussprechliche in worte gießen, aber es geht immer was daneben, es ist immer zu wenig. Weiterlesen »