wolkenb(l)au

Er schlägt die Eier am Rand der Pfanne auf. Das Kind schaut zu, eine Weile, halb interessiert, dann kehrt es ins Zimmer zurück, widmet sich der Eisenbahn oder einem Puzzle. Er ist ein schlechter Koch, zu ungeduldig, die Gedanken in den Wolken eingewoben. Die Eier sind angebrannt, hektisch versucht er sie mit dem Pfannenheber zu wenden. Öffnet den Kühlschrank, wühlt eine Weile in den Eingeweiden herum, kommt mit einer Packung Butter wieder hervor. Papierkorb, Pfannenrand, nächster Versuch.

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Katharina Peham | Wurzeln bis zum Meeresgrund

Draw a map to get lost.

Yoko Ono, Map Piece, 1964

Paula lebt. Wie man eben so lebt, in dem Dorf am Ende der Welt, wo die Arbeit die Tage bestimmt und die Erinnerung daran die Nacht. Wo der Himmel nur ein Rand ist, die Gedanken aufzufangen, damit sie nicht verloren gehen, wie eben nichts verloren gehen darf, in dieser abgeschotteten Welt. Hier wächst Paula auf, mit der stumpfen, alltäglichen Gewalt und den immergleichen Worten, Substantiven zumeist, hart, kantig, abgeschliffen an den Ecken, wo man sie angreift, um—

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